second bau ist ein Projekt zur Stärkung zirkulärer Bauprozesse durch die Wiederverwendung von Bauprodukten, Bauteilen und Materialien. Im Zentrum steht der Aufbau eines praxisorientierten Kompetenz- und Transferzentrums, das Umsetzung, Vernetzung und Qualifizierung miteinander verbindet.

Kern ist ein Bauteillager als Reallabor, in dem Materialien erfasst, aufbereitet und für neue Bauvorhaben verfügbar gemacht werden. Digitale und physische Infrastrukturen werden dabei gezielt miteinander verknüpft.

Prozesse werden an Prototypen und Case Studies erprobt, analysiert und kontinuierlich weiterentwickelt. Dabei entstehen belastbare Erkenntnisse zu Verfügbarkeit, Qualität, Kosten und logistischen sowie rechtlichen Rahmenbedingungen.

Digitale Werkzeuge unterstützen die transparente Erfassung und Vermittlung von Materialien. Gleichzeitig werden handwerkliche Verfahren der Demontage und Aufbereitung getestet und in praktikable Abläufe überführt.

Besonderes Augenmerk liegt auf der Entwicklung funktionierender Schnittstellen zwischen Planung, Handwerk, Baupraxis und Verwaltung, um zirkuläre Prozesse tatsächlich umsetzbar zu machen.

Ein Schwerpunkt liegt darauf, die Lücke zwischen Rückbau sowie Neu- und Umbau zu überwinden und Materialflüsse systematisch in Planungs- und Bauprozesse zu integrieren.

Planung soll künftig stärker auf verfügbare Ressourcen ausgerichtet werden. Gleichzeitig wird daran gearbeitet, den Zugang zu geeigneten Bauteilen zu verbessern und deren Einsatz im Projektalltag zu erleichtern.

Darüber hinaus adressiert das Vorhaben bestehende Hemmnisse, insbesondere wirtschaftliche, organisatorische sowie rechtliche und normative Anforderungen, und entwickelt dafür übertragbare Lösungsansätze.

second bau wird als Verbundprojekt von Partnern aus Kommune, Wissenschaft und Praxis umgesetzt. Die Konsortialführung liegt bei der Landeshauptstadt Düsseldorf – Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz sowie der Hochschule Düsseldorf – In-LUST. Gemeinsam koordinieren sie die strategische Ausrichtung, die inhaltliche Entwicklung und den Transfer in Verwaltung, Forschung und Öffentlichkeit.

Die weiteren Kooperationspartner bringen ergänzende Kompetenzen entlang der gesamten Wertschöpfungskette ein – von Digitalisierung und Materialbewertung über Rückbau und Logistik bis hin zu Geschäftsmodellentwicklung und praktischer Umsetzung.

Concular entwickelt digitale Lösungen für zirkuläres Bauen und verknüpft Materialdaten mit Bauprozessen – von Analyse und Rückbau bis Wiederverwendung. Im Projekt entstehen Systeme, die Materialflüsse sichtbar machen und die Nutzung ReUSe-Bauprodukten unterstützen.

Das In-LUST der Hochschule Düsseldorf begleitet das Projekt wissenschaftlich und entwickelt Grundlagen für zirkuläres Bauen. Das Institut arbeitet interdisziplinär an nachhaltiger Stadtentwicklung und verbindet Forschung, Lehre und Praxis.

Laarakkers bringt umfassende Erfahrung im Rückbau und im Umgang mit Materialien aus Bestandsgebäuden ein. Das Unternehmen erschließt und verarbeitet Baustoffe entlang des Rückbauprozesses und trägt zur Entwicklung belastbarer Prozesse bei.

Das Umweltamt Düsseldorf arbeitet an zentralen Themen wie Klimaschutz und Ressourcennutzung. Im Projekt werden diese Perspektiven in die Entwicklung und Umsetzung zirkulärer Ansätze eingebracht und mit bestehenden Strukturen in Verwaltung und Stadtentwicklung verknüpft.

Sustina entwickelt nachhaltige Gebäude und Quartiere und verbindet ökologische, soziale und wirtschaftliche Anforderungen. Im Projekt werden wirtschaftliche Modelle sowie Ansätze für zirkuläre Wertschöpfung und tragfähige Betriebsstrukturen entwickelt.

urselmann interior bringt Erfahrung aus zirkulärem Innenausbau, Planung und handwerklicher Umsetzung ein. Das Unternehmen arbeitet mit ReUse-Materialien und entwickelt Lösungen für Umbau, Aufbereitung und Wiedereinbau. Im Projekt unterstützt urselmann interior Lager-, Logistik- und Anwendungsprozesse.

Die Werkstatt für zirkuläres Handwerk überträgt Kreislaufwirtschaft in die handwerkliche Praxis. Im Fokus stehen Reparatur, Aufbereitung und Wiederverwendung von Materialien und Bauprodukten. Im Projekt werden handwerkliche Prozesse erprobt und in Abläufe für zirkuläres Bauen übersetzt.

second bau wird im Rahmen des Fördertitels „Kompetenzzentrum für zirkuläre(s) Handwerk und Bauwirtschaft: Ein Bauteillager als Reallabor für Bildung, Transfer, Handwerk und Baukultur im Kreislauf“ umgesetzt.
Die Förderperiode umfasst den Zeitraum von November 2025 bis Oktober 2028.

Gefördert wird das Projekt durch das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen und kofinanziert durch die Europäische Union im Programm „Circular Economy – CircularCities.NRW“ (EFRE/JTF NRW 2021–2027).

Das Programm CircularCities.NRW unterstützt Kommunen und regionale Akteur*innen bei der Entwicklung und Umsetzung innovativer Ansätze für eine zirkuläre Wirtschaft. Ziel ist die Schließung von Stoffkreisläufen, die Reduktion von Ressourcenverbrauch sowie die Stärkung nachhaltiger Wertschöpfung in der Stadt- und Regionalentwicklung.